Analyse des digitalen Geländemodells im Untersuchungsgebiet
Für das geomorphologisch als Watzmanngruppe bezeichnete Untersuchungsgebiet sind die schroffen Felswände, die steilen Gipfelgrate und die glazial überprägten Täler charakteristisch. So fällt das Relief von den beiden Hauptgipfeln des Watzmanns (Süd- und Mittelspitze) in Richtung Osten zum Königssee um rund 2100 m auf einer horizontalen Distanz von lediglich 3300 m ab.
Hydrologisches Einzugsgebiet
Das hydrologische Einzugsgebiet der Eiskapelle, also das Gebiet aus dem Wasser entlang einzelner Fließlinien der Hangneigung folgend auf einen gemeinsamen Auslass schüttet, umfasst eine Fläche von knapp 160 ha. Äquivalent zum Wasser wird im Winter bei ausreichender Hangneigung Schnee durch Rutschungen und Lawinen nach unten transportiert und trägt somit zur Akkumulation auf der am Fuße der Watzmann-Ostwand gelegenen Eiskapelle bei.
In die Kessellage der Eiskapelle werden damit aus dem rund 30mal größeren, trichterförmigen Einzugsgebiet bedeutende Schneemassen verfrachtet
Hangneigung im Untersuchungsgebiet
Für die Schneeverfrachtung spielt die Hangneigung die dominierende Rolle. In dem physikalisch basierten Modell AMUNDSEN (siehe Akkumulationsbedingungen) werden von steilen Hängen mit Neigungen > 35° die Schneemassen verlagert. Im Einzugsgebiet der Eiskapelle weist 91,5 % der Fläche Hangneigungen jenseits dieses Grenzwinkels auf. Lediglich kleine Flächen wie das Schöllhorn Eisfeld in der Ostwand oder die Eiskapelle am Hangfuß sind flacher und akkumulieren somit den von oben verfrachteten Schnee.
Literatur
Fischer, K. (2005): Geomorphologie der Berchtesgadener Alpen. In: Nationalparkverwaltung Berchtesgaden (Hrsg.): Forschungsbericht 50. Berchtesgaden.(.pdf)
Rödder, T. (2008): Extreme Schneeakkumulation in einem alpinen Gelände - das Beispiel der Eiskapelle, Berchtesgadener Alpen. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mainz.(.pdf)
